und Nochmal …

1968, ich -Laurenz Keussen- war damals 6 Jahre und …
brauchte unbedingt ein Geschenk zur Kommunion meines schon damals Fitness verrückten Bruders. Im Schalf kam mir die Idee. Hantel fehlen Ihm, damit er auch bei den Muckis mal was zulegt, und Nochmal .. geschlafen, ok alles klar Plan steht …

Zutatenliste für 2 Hanteln
4 Dosen Bärenmarke, aus dem Abfall
2 x 25cm runde Eisenstange, Antriebwellen, die keiner mehr wollte
Blei, von alten ausgebauten Abwasserrohren meines Großvaters
Rote Farbe, die lag ungebraucht im Betrieb meines Vaters

Und dann ging´s los, unterm Schüppchen, denn mit Feuer und Gaskocher zu „spielen“ war strengstens verboten. Einmal wurde ich erwischt, hatte aber einen Plan B. Mit Feuer und Zigaretten dachte meine Mutter ich würde rauchen …. und Nochmal. Egal, wat mot dat mot und ich musste halt mehr aufpassen. Dann das erste Problem. Es stellte sich herraus, dass die Büchsen an einem Ende ein kleines Loch hatten, dass zu gelötet wurde und schwupp lief das Blei raus … und Nochmal. Dann zogen sich die Wellen wieder raus, also Löcher reingebohrt … und nochmal. Dann konnte ich die Wellen nicht solange stillhalten bis das Blei erkaltete, also Kordel an der Decke des Schuppens angebracht Hantel fest gebunden …. und Nochmal.  So und jetzt nur noch die rote Farbe drauf FERTIG und dann zum Trotz ein kleines Zigarettchen — aus Schocklade :)) — kennt doch jeder aus meiner Genaration

Leider wurde der Ausbau einer Hantelproduktion strikt von meiner Mutter untersagt, obwohl das aufkochen des Bleis draußen unterm Schüppchen aus meiner damaligen Sicht keinerlei gesundheitliche Gefährung darstellte. Aber die Mutter setzte sich durch, also musste ich wohl oder übel, dass von der Firma Nieken geschenkte Blei wieder zurück bringen.

Und weil das für mich ein in jeder Hinsicht prägendes Erlebnis war, habe ich die Hantel, als mein Bruder auszog, aus dem Abfall herraus geholt. Und wenn nichts so läuft, wie ich mir das vorstelle, hole ich mir die Hanteln raus … und Nochmal

Gruß aus Krefeld