Über uns

Nachdem wir uns alles kaputt gemacht haben…

Kurz vor der Währungsreform 1947/48 tauschte Wolfgang E. Keussen Pferde gegen gebrauchte Bandwebstühle und gründete auf der Roßstrasse in Krefeld die Bandweberei Keussen. Mit wenig Fachwissen aber viel Enthusiasmus und Ideen machte Wolfgang E. Keussen sich ans Werk. Schnell fand er einen  alten erfahrenen Webmeister, der ihn in die Geheimnisse der Bandweberei einweihte. Jetzt stellte sich die Frage, woher Garne bekommen? Auch hier stellte sich das Organisationstalent von Wolfgang E. Keussen als sein größtes Kapital heraus.

Mit viel Geschick konnte er die fehlende Garne über die von den Engländern kontrollierte  Weseler Rheinbrücke nach Krefeld schaffen. Allerdings mit einem kleinen Schönheitsfehler. Neben den Rohweisen Garnen bekam er auch einen Posten rotes Garn. Kurzerhand wurde dieses rote Garn als roter Strich in Kettrichtung für das Eckenband verarbeitet, was sich später als Hilfe für die Näherinnern herausstellte, weil sie dadurch schneller die Mitte des Bandes fanden.

Jetzt fehlten nur noch die Kunden. Wolfgang E. Keussen bat seinen Onkel Ernst, einen Produzenten  für Möbelbezugsstoffe, ihn auf seine nächste Dienstreise Richtung München mit zu nehmen.

In Aschaffenburg, der damaligen Hochburg der Textilkonfektion, stieg Wolfgang E. Keussen
mit einer Rolle Eckenband aus eigener Produktion aus. Wolfgang E. Keussen wollte drei Tage in Aschaffenburg bleiben, um diverse Firmen zu besuchen. Die erste Firma, die er besuchte war die Firma Desch. Hier war man so von der Qualität begeistert, dass man die mit dem getauschten Garn zu produzierende Menge kaufte. Am gleichen Tag noch telegrafierte Wolfgang E. Keussen an Onkel Ernst in München: Ich bin ausverkauft. Muss schnell nach Krefeld.  Habe zu wenig Garn getauscht.

1960 trat Wimar Scheibler aus der Textildynastie Scheibler als Geschäftsführender Gesellschafter in das Unternehmen ein, was von da Keussen & Scheibler hieß. Die Räumlichkeiten auf der Roßstrasse wurden für das stark expandierende Unternehmen zu klein. Schnell wurde ein Gebäude mit passender Halle in Krefeld / Hüls gefunden und der Umzug noch im gleiche Jahr durchgeführt.

1962 konnte das Unternehmen Maschinen zur Produktion von Schrägband und Hosenbund aus den USA erwerben. Die Weberei wurde geschlossen und man beschränkte sich auf die Produktion von Schrägband und Hosenbund.  Anfang der siebziger Jahre verstarb nach kurzer Krankheit Wimar Scheibler. Wolfgang E. Keussen übernahm die alleinige Geschäftsführung.

Lauren D. J. Keussen

1976 trat sein zweit ältester Sohn Laurenz D. J. Keussen mit 17Jahren ins Unternehmen ein, als er seine erste vollautomatische Heißschnitt-Maschine für patentierten Vertikal-Gardinen der Firma Verseidag baute. Schon damals kam er mit Markt des innenliegenden Sonnenschutz zusammen. Mit der Idee die produzierten Bänder der Hosenbandproduktion zu bedrucken, baute Laurenz Keussen 1978 kurzerhand die erste funktionierende Zweifarben Rotationsdruckmaschine für den Banddruck selbst. Noch im selben Jahr bot die Firma Keussen & Scheibler ihren Kunden bedrucktes Schrägband und Hosenbund an. Die Nachfrage überrollte die Firma, so dass Laurenz Keussen kurzfristig eine zweite Maschine baute.  Bis heute ist die Firma Keussen & Scheibler aufgrund der erzielten Farbechtheiten, führend im Banddruck. Nach erfolgreichem Abschluß der Höheren Handelsschule trat 1980 Laurenz Keussen in die Geschäftsführung ein und übernahm sukzessive die Geschäfte von seinem Vater Wolfgang E. Keussen. Aufgrund einer schweren Krankheit zog sich Wolfgang E. Keussen Mitte der 80iger Jahre aus der Geschäftsführung heraus und übergab Anfang der 90iger Jahren Laurenz D. J. Keussen die alleinige Geschäftsführung. 1996 verstarb  Wolfgang E. Keussen.

2004 kam es mit der Wuppertaler Bandweberei Hackenberg zur Neugründung der Firma Hackenberg & Keussen. Gleichzeitig begann man mit dem Aufbau einer Produktionsstätte für Hosenbund und Schrägband in Odorhei/Scuiesc Rumänien.  2005 wurden in Rumänien die ersten Bänder nach deutschem Qualitätsstandard produziert und  an die Kunden ausgeliefert.

Nach erfolgreicher Arbeit entschloss sich Laurenz Keussen Anfang 2007 seine Anteile an den Unternehmen in Deutschland und Rumänien zu veräußern.
2007 besuchte Laurenz D. J. Keussen mit einem langjährigen Geschäfstfeund für mehrer Monate den chinesischen Markt. Aus dem was er dort sah, erkannte
Laurenz D. J. Keussen, dass dieses Klein Klein, der deutschen Textilindustrie keinerelei Zukunftchancen hatte.

Damit endete eine mehr als 200jährigen textile Familiengeschichte in Krefeld, die als jüngster Sohn einer Bauernfamilie begann.
Johann Berhard Keussen  *1786 bis   +1872
Laurenz Daniel Josef Keussen *1959   +….

Aber es geht weiter….
Offline — Ideen und Produktion übernimmt Keussen & Scheibler
Online — Verkauf und Handel macht sunshop-2008